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    Umfragetipp 1: Verwenden Sie einfache, unzweideutige Begriffe, die von allen Befragten in gleicher Weise verstanden werden!

    Die Vorstellung, daß eine Frage von allen Befragten in gleicher Weise verstanden werden sollte, ist von zentraler Bedeutung bei der Durchführung standardisierter Befragungen. Die Chance, diesem Ziel näher zu kommen, wächst in dem Maße, in dem die Fragen einfach und eindeutig (oder besser: unzweideutig) formuliert werden. Was wiederum eine „einfache“ oder „unzweideutige“ Formulierung ist, hängt allerdings sehr von den Personen ab, die man zu befragen gedenkt: bestimmte Formulierungen mögen für VWL-Professoren einfach und verständlich sein, müssen aber deshalb von anderen Personen noch lange nicht verstanden werden. Nehmen wir als Beispiel die Frage:

    „Was glauben Sie: Wird sich die Konjunktur in Deutschland bis Ende des Jahres 2001 im Vergleich zu heute sehr positiv entwickeln, eher positiv, eher negativ oder sehr negativ, oder wird alles so bleiben, wie es heute ist.?

    Während die erwähnten VWL-Professoren diese schwierige Frage wohl (hoffentlich!) verstehen und beantworten können, sollte man das bei (pardon!) Melkern oder Bauhilfsarbeitern nicht unbedingt erwarten: Ist der Begriff „Konjunktur“ überhaupt (und im richtigen Sinne) bekannt, ist die Skala verständlich? Hier böte sich eher die folgende Formulierung an:

    Was glauben Sie: Wie wird die wirtschaftliche Lage in Deutschland am Ende des Jahres 2001 sein: wesentlich besser als heute, etwas besser, gleichbleibend, etwas schlechter oder wesentlich schlechter?

    Man beachte also, und das gilt für die meisten der „10 Gebote“: Bei der Frageformulierung den Blick immer auf diejenigen richten, die letztendlich die Fragen beantworten oder den Fragebogen ausfüllen sollen!

    Und: selbst „einfache“ Begriffe haben es in sich. Nehmen wir als Beispiel die beliebte Frage:

    „Glauben Sie, daß man eine Familie braucht, um wirklich glücklich zu sein, oder glauben Sie, man kann alleine genauso glücklich leben?“

    Wer diese Frage für einfach und unzweideutig hält, sollte sie mal zwanzig Personen vorlegen und sie danach fragen, was sie unter „Familie“ oder „wirklich glücklich“ verstehen (die zwanzig unterschiedlichen Definitionen können Sie mir dann einfach zuschicken).

    Allerdings darf man nun nicht zu puristisch sein, weil man dann nämlich kaum eine Fragebogenfrage formulieren könnte. Versuchen wir statt dessen Fragen „einigermaßen“ einfach und unzweideutig zu formulieren:

    Die Frage

    „Sehen Sie dem neuen Jahr eher mit Hoffnung oder eher mit Bedenken entgegen?“

    ist sicherlich (semantisch) einfacher formuliert als die Frage

    „Mit dem Jahreswechsel verbinden Menschen ganz unterschiedliche Erwartungen. Die einen sehen dem neuen Jahr eher mit Hoffnung entgegen, andere eher mit Bedenken. Wie ist das bei Ihnen: Sehen Sie dem neuen Jahr eher mit Hoffnung oder eher mit Bedenken entgegen?“

    Oder, eher in sozialwissenschaftlichen Fragebogen zu finden, die Frage

    „Glauben Sie, daß man heiraten sollte, wenn man mit einem Partner auf Dauer zusammenleben will?“

    Diese Frage ist - alleine aufgrund der Anzahl der Worte - sicherlich einfacher als die folgende:

    „Die Frage, ob Leute, die auf Dauer zusammenleben wollen, heiraten sollten oder ob es ihnen auch möglich sein sollte, ohne Trauschein eine dauerhafte Verbindung einzugehen, ist in den letzten Jahren immer wieder gestellt worden. Wie ist Ihre Meinung dazu: Glauben Sie, daß man heiraten sollte, wenn man mit einem Partner auf Dauer zusammenleben will?“

    Die Frage

    „Wieviele Kinder haben Sie? Ich meine damit eigene leibliche Kinder, auch solche die nicht mehr in Ihrem Haushalt leben?“

    ist vielleicht weniger einfach, aber dafür eindeutiger als die Frage

    „Wieviele Kinder haben Sie?“

    Das gleiche gilt für die Frage:

    „Wie hoch ist Ihr eigenes monatliches Nettoeinkommen? Ich meine dabei die Summe, die nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge übrigbleibt.“

    Auch sie etwas weniger einfach, aber dafür eindeutiger als die Frage

    „Wie hoch ist Ihr monatliches Einkommen?“ oder gar „Wie viel verdienen Sie im Monat?“

    Man sieht also: Häufig kommt es zu einem Konflikt zwischen der Forderung, Fragen einfach zu formulieren und der Forderung, Fragen unzweideutig zu formulieren. Entscheiden Sie sich im Zweifel für die eindeutigere Frage, aber vorher überlegen Sie sich noch einmal, ob Sie für den zu erfragenden Sachverhalt nicht doch eine Frage formulieren können, die sowohl einfach als auch unzweideutig ist.
       
     Buchtipp 
     
    Fragebogen
    Ein Arbeitsbuch
    Aus der Reihe 'Studienskripten zur Soziologie' im VS Verlag
    3. Aufl. 2011. 190 S. Br.
    Autor: Rolf Porst
    ISBN: 978-3531179025
    Preis: 14,95 Euro
     
    10 Umfragetipps

    Formulierung von Fragen
    Einleitung
    Umfragetipp 1
    Umfragetipp 2
    Umfragetipp 3
    Umfragetipp 4
    Umfragetipp 5
    Umfragetipp 6
    Umfragetipp 7
    Umfragetipp 8
    Umfragetipp 9
    Umfragetipp 10
    Buchtipp


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    Letztes Update: 20.12.2014